Antisubventionsuntersuchung gegen EU-Milchprodukte: China vertagt Abschluss
China hat den Abschluss der Untersuchung, ob auf Milchprodukte aus der EU Strafzölle erhoben werden sollen, auf kommendes Jahr verschoben – mit einem besorgniserregenden Grund.
- Antisubventionsuntersuchung durch China
- Vorerst höhere Zölle auf Käse aus der EU geplant
- Bislang keine Einigung
- Weitere EU-Produkte im Visier
Vergangenes Jahr hat China eine Antisubventionsuntersuchung für Milchprodukte aus der Europäischen Union angekündigt. Interessenvertretungen der chinesischen Milchwirtschaft werfen Europa eine Wettbewerbsverzerrung wegen in der EU üblicher Subventionen vor, zum Beispiel im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, hat China nun den Abschluss der Untersuchungen verschoben.
China plant höhere Zölle auf EU-Käse
Das Ende der Untersuchungen, die eigentlich im diesjährigen August abgeschlossen sein sollten, hat die Volksrepublik laut dpa unter Berufung auf das Handelsministerium in Peking auf 21. Februar 2026 vertagt. Als Grund nennt China die „Komplexität des Falls“. Betroffen sind vorerst bestimmte Käsesorten, sowohl frisch als auch verarbeitet.
Keine Einigung in Sicht
Das Vorgehen Chinas gilt als Gegenmaßnahme zu höheren Zöllen für den Import von Elektroautos aus China in die EU. Peking beschuldigt die Union, internationale Handelsregeln zu verletzen. Bei der „50 Jahre bilaterale diplomatische Beziehung“ in Peking vor einigen Wochen konnten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, keine Ansätze zur Beilegung des Handelsstreits erzielen.
Die von China geplanten Zölle für den Import von EU-Milchprodukten in die Volksrepublik sind nicht die einzigen Maßnahmen. Auch Schweinefleisch und Brandy sind Ziel chinesischer Untersuchungen.
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