Aldi Milch-Strategie: Bauernverband ortet Kartellverstoß

Aldi will schon vor Mai die Milchpreise verhandeln und nennt laut Medienberichten den Coronavirus als Grund. Der Bauernverband kritisiert das Vorgehen scharf.

Laut einem Bericht der “Lebensmittelzeitung” (LZ) haben sowohl Aldi Süd als auch Aldi Nord angekündigt, die Preise für Milchprodukte zu senken. Die Preisverhandlungen sollen demnach nicht, wie üblich, erst im Mai stattfinden, sondern bereits einige Wochen früher. Der Handelskonzern begründet das Vorgehen mit der konzentrierten Nachfrage aufgrund des Coronavirus. Am Sonntagabend haben zahlreiche Landwirte vor einigen Aldi-Zentrallagern demonstriert.

DBV zu Aldi-Ankündigung: “Nutzung des Coronavirus neue Qualität”

Der Milchpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal, kritisiert die außergewöhnliche Preisanpassung: „Wenn die Berichterstattung so zutrifft, dann ist dieses Einkaufsverhalten ein Paradebeispiel für den Missbrauch von Nachfragemacht.” In diesem Fall müsse das Kartellamt einschreiten. Der Bauernverband kritisiert, dass Aldi und seine Mitbewerber jede Chance für niedrigere Einkaufspreise nutzen. Dass man dafür sogar auch das Coronavirus als Vorwand nutzt, sei eine neue Qualität.

Richtlinie über unlautere Praktiken rasch umsetzen

Der Bauernverband fordert im Zusammenhang mit der jüngsten Berichterstattung über die Aldi-Preispolitik, dass die EU-Richtlinie über unlautere Handelspraktiken rasch national umgesetzt wird. Laut DBV müsse diese in Deutschland noch strenger ausfallen, als es die EU vorgibt. “Wir stellen außerdem fest, dass die Unternehmen des Lebensmittelhandels ihre Marktmacht nur dann ausspielen können, wenn es Molkereien gibt, die auch mitspielen”, ergänzt Schmal. Die Milchbauern hätten in den vergangenen Monaten deutlich weniger Milchgeld erhalten, als es der Markt hergab.

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