“ Aktionsprogramm Insektenschutz ”: Veränderungen für Landwirte

Das “ Aktionsprogramm Insektenschutz ” sieht unter anderem eine kleinteiligere Landwirtschaft und eine Verschärfung der Düngeverordnung vor.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat am Mittwoch das “ Aktionsprogramm Insektenschutz ” zur Abstimmung vorgelegt. Das Verbot von drei Neonicotinoiden sei nur ein Baustein von vielen für einen besseren Insektenschutz, so die SPD-Politikerin im RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Mit Blick auf das Bienensterben sagte sie weiter: “Wir erleben ein dramatisches Insektensterben, das die Natur insgesamt aus dem Gleichgewicht bringt. Das Artensterben aufzuhalten, ist für mich eine der zentralen Aufgaben der nächsten Jahre.“

Landwirtschaft kleinteiliger

Auf sieben Seiten ist festgehalten, mit welchen Mitteln das Insektensterben eingedämmt werden soll. Svenja Schulze sieht in dem Papier unter anderem den möglichst schnellen Stopp glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel vor. Bei der Zulassung und Anwendung neuer Mittel soll künftig die ökologische Vielfalt stärker eine Rolle spielen. “Dazu gehört ein grundsätzlich restriktiver Umgang mit Pestiziden”, so Schulze zum RND. Desweiteren wirbt die Umweltministerin für mehr Hecken und Blumenwiesen statt “kilometerweiter Monokulturen”, wie es weiter heißt. Diese seien überlebenswichtig für Insekten, Vögel und andere Tierarten, so die Umweltministerin. Landwirtschaftliche Nutzflächen sollen kleinteiliger werden, mehr Blühflächen innerhalb des Ackerlandes. Außerdem sollen Auen und Fließgewässer renaturiert werden. Nicht zuletzt sieht das Aktionsprogramm eine weitere Verschärfung der Düngeverordnung vor. Als Anreiz zur Umsetzung sollen Mittel zur Förderung für “insektenfreundliche Landbewirtschaftung” bereitgestellt werden. Auch andere Landnutzer und Kommunen will Schulze fördern.

Das Aktionsprogramm sieht auch Maßnahmen außerhalb der Landwirtschaft vor. So soll zum Beispiel Lichtverschmutzung eingedämmt werden. Diese schadet etwa Nachtfaltern. Dazu ist vorgesehen, in Siedlungsgebieten für Insekten verträglichere Straßenbeleuchtung einzuführen.

Insektenschutz ist gesellschaftliche Aufgabe

“Wir Landwirte sind bereit, uns den aktuellen Herausforderungen zu stellen und Naturschutzmaßnahmen in unsere Betriebsabläufe zu integrieren”, sagte der Umweltbeauftragte des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Eberhard Hartelt, im Vorfeld der Veranstaltung “Neue Wege der Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen“. Wichtig dafür seien praxisnahe und wirtschaftlich tragfähige Lösungen, die gesamtgesellschaftlich getragen werden. Das vom DBV organisierte Fachforum fand am Donnerstag in Berlin statt. Gesucht wurden Antworten auf die Fragen, wie Naturschutzmaßnahmen sowohl ökologisch als auch ökonomisch umgesetzt und finanziell ausgestaltet werden können. Die Ergebnisse der Tagung wurden auf der Internetseite http://www.lebendige-agrarlandschaften.de/ veröffentlicht.

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