Agrarwetter: Flächengebundene Tierhaltung gegen Futterknappheit?

Landwirte und Verbände beobachten das trockene Agrarwetter mit Sorge. Ist eine flächengebundene Tierhaltung die Lösung gegen Futterknappheit durch den Klimawandel?

Die seit Monaten anhaltende Trockenheit führt in ganz Deutschland zu Ernteausfällen. Die Schäden sind höher als bisher angenommen. In der 1. Erntemeldung des Deutschen Bauernverbandes spricht Präsident Rukwied von einem “existenzbedrohenden Ausmaß in Teilen der Bundesrepublik”. Nicht nur die Ackerbaubetriebe sind betroffen, auch die Futterbereitstellung gestaltet sich durch das trockene Agrarwetter schwierig, wie Rukwied weiter erklärt: „Die aktuellen Futterreserven drohen knapp zu werden, da der zweite und dritte Schnitt bei Grünland teilweise ausfiel. Auch der Mais leidet unter der Trockenheit.“

Bauernverband fordert Unterstützung für betroffene Landwirte

Die Notwendigkeit, Futter zuzukaufen, setzt die Betriebe zusätzlich unter Druck. Gerade Milchviehhalter haben mit dem immer noch instabilen Milchpreis zu kämpfen. Der Bauernpräsident forderte deshalb erneut eine steuerfreien Risikoausgleichsrücklage, um die Betriebe bei der dringend notwendigen Liquidität zu unterstützen. Zudem komme es jetzt darauf an, so Rukwied, dass die Bundesländer, die in Schwierigkeiten geratenen Landwirte direkt mit Finanzhilfen unterstützen.

Habeck schlägt Obergrenze für Tierhaltung vor

Der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) sieht indessen das Problem anders gelagert. Der Klimawandel erfordere, so der Minister zur Zeitung “Die Welt”, für Landwirte neue Einkommensmodelle zu entwickeln. Er kritisiert, dass Landwirte nur zwei Möglichkeiten haben: Immer mehr zu produzieren oder aufzugeben. Wenn es nach Habeck geht, sollte ein Betrieb nur so viele Tiere haben, wie er mit dem Ertrag grundsätzlich ernähren kann. Landwirte, die weniger Kühe haben, würden dann höhere Prämien bekommen, so Habeck zur Zeitung. Gleichzeitig sieht er darin die Möglichkeit, „das industrielle Wachstum mit zu vielen Tieren auf engem Raum und zu viel Güllebedarf samt entsprechenden Nitraten im Grundwasser“ zu stoppen.

Extremes Agrarwetter: Absicherung gegen Trockenschäden

Durch den Einfluss des Klimawandels auf das Landwirtschaftswetter wird es immer wichtiger, dass sich gerade Pflanzenbaubetriebe gegen Schäden durch Naturgewalten absichern. Dazu zählen Starkregenereignisse, Sturmschäden und eben Dürreschäden. Auch Verbände raten zu professionellem Risikomanagement. Die Chemnitzer gvf VersicherungsMakler AG hat eine spezielle Wetterversicherung für landwirtschaftliche Betriebe entwickelt. Sinken Erträge, etwa beim Getreide, durch Wetterrisiken, entstehen Einnahmeverluste und Zusatzausgaben. Diese werden durch diese Risikoabsicherung geglättet, so dass das Jahresergebnis kalkulierbar bleibt. “Die Wetterversicherung” wird betriebsindividuell gegen die für die jeweiligen Feldfrüchte riskanten Ausprägungen versichert.

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