Agrarverbände: Gentechnikverbot würde Futterkosten vervielfachen

Der Deutsche Verband Tiernahrung fordert die EU zur Rücknahme des Opt-out-Vorschlags auf.

Nachdem Agrarausschuss und Umweltausschuss im Europarlament den Vorschlag, dass gentechnisch veränderte Rohstoffe in einzelnen Ländern verboten werden können, abgelehnt haben, fordert der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) nun die EU-Kommission auf, ihren Vorschlag zurückzuziehen. Die Tiernahrungshersteller weisen zugleich auf eine Studie hin, die Mehrkosten prognostiziert, wenn die Industrie nicht die Möglichkeit hat, entsprechende Rohstoffe einzuführen.

Die von den europäischen Agrarverbänden COCERAL, FEDIOL und FEFAC veröffentlichte Folgenabschätzung für die tierische Veredelung geht von einem Anstieg der Futterkosten von 1,2 Milliarden Euro aus, wenn vier Länder (Frankreich, Deutschland, Ungarn und Polen) den Opt-out, also die Möglichkeit des Verbotes, wahrnehmen würden. Bei einem totalen Importverbot von gentechnisch verändertem Futtermittel in die EU käme es sogar zu Mehrkosten in Höhe von 2,8 Milliarden Euro, so der DVT. Mittel- bis langfristig könne der gesamte EU-Veredelungssektor damit seine Wettbewerbsfähigkeit nicht halten. Die EU sei auf den Import von gentechnisch verändertem Eiweißfuttermittel angewiesen.

„Die Chancen für einen Konsens zur Umsetzung des Vorschlags, der im Frühsommer eingebracht wurde, sind sehr gering. Die opportunistische Haltung einzelner Mitgliedsländer darf nicht zum Maßstab der Entscheidung werden“, warnt DVT-Sprecher Hermann-Josef Baaken. Der Vorschlag ignoriere die Regeln des internationalen Handels und die Anerkennung von Forschungsergebnissen, von denen alle Länder der EU und letztlich die Verbraucher gleichermaßen profitieren, so Baaken weiter.

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