Agrarstruktur: Wem gehören Deutschlands Äcker und Wiesen?

Das Thünen-Institut hat eine Methode entwickelt, mit Hilfe dieser Deutschlands Agrarstruktur untersucht werden kann.

Über die Eigentumsverteilung von Grund und Boden in Deutschland ist bislang kaum etwas bekannt. Das mag auf den ersten Blick überraschen. Doch das Grundbuch lässt sich kaum statistisch auswerten. Darin werden die Eigentümer von Flächen flurstücksbezogen dokumentiert, allerdings ohne einen eindeutigen Identifikator wie zum Beispiel die Steuernummer. Namen und Anschriften können sich im Laufe der Zeit ändern. Daher weichen die Daten derselben Eigentümer verschiedener Grundstücke häufig voneinander ab. Das Thünen-Institut für Ländliche Räume in Braunschweig hat jetzt eine Methode entwickelt, mit Hilfe der Transparenz in die Eigentumsstrukturen gebracht werden kann. Diese spielt unter anderem für das Grundstückverkehrsgesetz eine Rolle. Demzufolge dürfen landwirtschaftliche Grundstücke nur mit staatlicher Genehmigung verkauft werden. Ziel ist, eine gesunde Agrarstruktur zu erhalten.

Forscher haben Agrarstruktur von Gemeinden identifiziert

Die Forscher haben in einer Zufallsstichprobe 59 Gemeinden untersucht. Diese sind über alle Bundesländer verteilt und haben eine ähnliche Größe zwischen 2.000 und 4.000 Hektar Landwirtschaftsfläche. Sie sind aber nicht repräsentativ für alle 11.000 Gemeinden in Deutschland. Mithilfe von Algorithmen wurden aus den Eigentümerinformationen des amtlichen Liegenschaftskatasters identische Eigentümerinnen und Eigentümer identifiziert und nach Eigentümerarten und Verteilungsmaßen ausgewertet.

Die meisten Eigentümer sind keine Landwirte

Die Ergebnisse zeigen, dass die Verteilung je nach untersuchter Gemeinde extrem unterschiedlich ausfällt. Im Gesamtdurchschnitt bilden nichtlandwirtschaftliche natürliche Personen mit 49 Prozent die größte Eigentümergruppe der Landwirtschaftsfläche, allerdings mit einer großen Variationsbreite zwischen 14 und 71 Prozent in den einzelnen Gemeinden. 

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein großer Teil davon Personen sind, die früher die Flächen selber bewirtschaftet und den Betrieb inzwischen aufgegeben haben, beziehungsweise deren Nachkommen. Landwirtschaftlichen Haushalten beziehungsweise Betrieben sind 40 Prozent der Fläche zugeordnet. Dieser Anteil variiert in den Gemeinden   zwischen 17 und 75 Prozent. Zu der Gruppe zählen die landwirtschaftlichen Familienbetriebe. Insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern zählen aber auch große GmbHs und Genossenschaften dazu. Den Gebiets- und sonstigen Körperschaften, wie Bund, Land, Kommunen und Kirchen, gehören durchschnittlich 10 Prozent, je nach Gemeinde zwischen 2 und 30 Prozent.

Die ganze Studie kann auf der Internetseite des Thünen-Instituts abgerufen werden.

Foto: winterseitler/pixabay.com (Symbolbild)

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