Agrarstruktur: Investoren kaufen immer mehr gesunde Betriebe

Die Bundesregierung sorgt sich über den Verfall der regionalen Agrarstruktur in den neuen Bundesländern.

In Ostdeutschland gehen immer mehr landwirtschaftliche Betriebe in die Hände von ausländischen Betrieben, wie Topagrar berichtet. Das Magazin beruft sich dabei auf den Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit 2018 der Bundesregierung. Überregionale, teilweise branchenfremde Finanzinvestoren kaufen demnach wirtschaftlich gesunde Betriebe. Das gebe Anlass zur Sorge, so die Bundesregierung. Diese sieht die regionale Agrarstruktur gefährdet.

Investoren können Bodenrecht umgehen

Die Bundesregierung hält es laut Topagrar für erforderlich, Anteilskäufe in das landwirtschaftliche Bodenrecht einzubeziehen. Durch sogenannte “Share Deals” haben Investoren derzeit die Möglichkeit, den Vorrang von Landwirten zu umgehen. Die Regierung will zwar solche Käufe nicht generell verbieten, aber in Einzelfällen prüfen, wie sie in dem Bericht ankündigt. Beim Verkauf von Einzelflächen sei dies seit Jahrzehnten gesetzlich geregelt.

Bundesregierung will Agrarstruktur erhalten

Die Bundesregierung erinnere auch daran, dass nach der Wiedervereinigung viele landwirtschaftliche Betriebe mit Hilfe erheblicher öffentlicher Transferleistungen saniert worden seien, zitiert Topagrar weiter aus dem Jahresbericht. Durch “Filialbetriebs-Konzerne” würden inzwischen Arbeitsplätze und Wertschöpfung aus der Region abgezogen. Die Verbesserung eigenständiger landwirtschaftlicher Betriebe habe so ihr Ziel verfehlt. Im derzeitigen Bodenrecht haben die Länder keine Möglichkeit agrarstrukturelle Ziele gegenüber Finanzinvestoren durchzusetzen.

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