Agrarökonom empfiehlt staatliches Tierschutzlabel

Laut Agrarökonom Prof. Hamm wollen Konsumenten Produkte aus tierwohlgerechter Haltung, haben aber Schwierigkeiten bei der Identifikation dieser.

Einer Analyse von 53 Verbraucherstudien zufolge macht ein großer Teil der Verbraucher bei Fleisch und Milch seine Kaufentscheidung besonders von artgerechter Tierhaltung abhängig. Der Leitautor des Gutachtens, Prof. Ulrich Hamm von der Universität Kassel, empfiehlt deshalb die Einführung eines staatlichen Tierwohllabels.

Der Agrarökonom und seine Koautorinnen Dr. Meike Janssen und Manika Rödiger stellten fest, dass ein nennenswerter Teil der Verbraucher eine positive Einstellung zur artgerechten Tierhaltung haben und auch mehr Geld für entsprechende Produkte ausgeben würden. Sie können zwischen spezifischen Haltungsbedingungen wie Freilandzugang und Stallgestaltung unterscheiden. Bei der Identifikation von Produkten mit höheren Tierwohlstandards hätten sie aber Schwierigkeiten, so das Fazit des Gutachtens.

Auch Bauernverband kann sich staatliches Tierschutzlabel vorstellen

„Die Initiative Tierwohl und ein staatliches Tierschutzlabel können Absatz- und Wertschöpfungspotenziale erschließen. Neue Wege in der Nutztierhaltung brauchen aber Bodenhaftung am Markt, um erfolgreich zu sein.“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied vergangene Woche anlässlich der Eröffnung der EuroTier in Hannover.  Dies werde vor allem dann gelingen, wenn beide Plattformen Synergien nutzten und sich gegenseitig ergänzten, so Rukwied.  Er fordert aber auch, dass die Landwirte auf einen solchen Weg mitgenommen werden müssen. „Ohne eine wirtschaftliche Perspektive für die Tierhalter wird es schwierig durchsetzbar“, mahnte der Präsident. Das Label könne aus logistischen Gründen vor allem in Kombination mit der Initiative Tierwohl zum Erfolg in der Fläche werden und aus der Marktnische ausbrechen.

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