Agrarministerin befürchtet: „Tausende Agrarjobs in Gefahr“

Die niedersächsische Agrarministerin warnt in einem Interview vor Jobverlusten in der Landwirtschaft.

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast hat die neue Bundesregierung zum schnellen Handeln in der Agrarkrise aufgerufen. Die CDU-Politikerin sagte im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Der Umbau der Tierhaltung muss für die neue Regierung Priorität Nummer eins haben, sonst haben wir bald keine Tierhaltung mehr in Deutschland.“ Angesichts anhaltend niedriger Erzeugerpreise sowie unklarer Perspektiven spielten viele Landwirte mit dem Gedanken auszusteigen. „Die Bauern können nicht mehr lange durchhalten.“

Agrarministerin sieht auch andere Branchen in Gefahr

Otte-Kinast warnte in dem Zusammenhang vor massiven Jobverlusten in der Agrarwirtschaft: „Landwirtschaft ist mehr als der einzelne Landwirt. An den Bauernhöfen hängen die Arbeitsplätze von Menschen, die Ställe bauen, Traktoren verkaufen und so weiter.“ Sie zieht einen Vergleich: Wenn bekannt werde, dass Volkswagen 30.000 Jobs streichen könne, sei der Aufschrei in Politik und Gesellschaft groß.

Otte-Kinast: „Kein Ausstieg aus der Tierhaltung“

Die Ministerin will nicht den Ausstieg von Landwirten aus der Tierhaltung fördern. „Ich bin gegen eine Ausstiegs- oder Abwrackprämie“, sagte sie der NOZ. Zuletzt hatten die Bauernverbände aus Niedersachsen und Westfalen-Lippe wegen der niedrigen Schweinepreise ein derartiges Kriseninstrument gefordert. Es brauche auch künftig Tierhaltung, so Otte-Kinast. Sie sprach sich stattdessen für eine „Zukunftsprämie“ aus: „Also Geld für die Betriebe, die weitermachen wollen. Die Politik muss diese Landwirte ermutigen durchzuhalten.“

Foto: ML/Timo Jaworr

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