Agrarbericht: So geht es der Landwirtschaft wirtschaftlich

Der Agrarbericht der Bundesregierung zeigt die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft und branchennahen Segmenten in den vergangenen vier Jahren.

Im Oktober ist der Agrarpolitische Bericht 2019 der Bundesregierung erschienen. Dieser analysiert die Entwicklung der Landwirtschaft und dokumentiert agrarpolitische Vorhaben der Bundesregierung. Der Bericht wird alle vier Jahre vorgelegt. 

Die wichtigsten Zahlen aus dem Zeitraum 2014 – 2019

➜ Beschäftigte (Unternehmer und Arbeitnehmer): 4,7 Millionen 

➜ Bruttowertschöpfung: 194 Milliarden Euro

➜ Anteil der Wertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche: 6,6 Prozent

Ein Drittel der Produkte aus der Landwirtschaft werden exportiert

Laut dem Bericht geht ein Drittel der landwirtschaftlichen Produktion in den Export. Und die Landtechnikindustrie erlöse etwa drei von vier Euro im Export. „Unsere Landwirtschaft ist breit und gut aufgestellt und unsere Lebensmittel werden weltweit nachgefragt”, kommentiert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Jeder neunte Arbeitsplatz hänge direkt oder indirekt an der Landwirtschaft. “Die Basis für unsere erfolgreiche Landwirtschaft ist die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern und die vielfältige Agrarstruktur in Deutschland. Diese Diversifizierung hilft dabei, die Landwirtschaft abzusichern, was Schwankungen zum Beispiel bei der Ernte durch extreme Wetterereignisse oder beim Preis durch Handelshemmnisse betrifft.“

Klöckner: “Strukturwandel beobachten”

Beobachten müsse man aber den Strukturwandel in der Landwirtschaft, so die Ministerin weiter. Der Bericht zeige, dass sich dieser weiter fortsetzt, sich aber verlangsamt hat. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe verringerte sich zwischen den Jahren 2010 und 2016 um etwa 23.700 Betriebe auf circa 275.400. Das entspricht einer jährlichen Abnahmerate von rund 1,4 Prozent. Das ist weniger als in den vergangenen Jahren. Sie hebt die Direktzahlungen als Instrument, kleine und mittlere Betriebe zu stärken, hervor.

Grüne kritisieren Klöckners Interpretation des Agrarberichts

Der Agrarsprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff, sieht die Zukunft der Landwirtschaft weniger rosig: „Der von der Landwirtschaftsministerin vorgelegte Agrarbericht zeigt schonungslos, dass das ,Wachse oder Weiche‘-Prinzip in der Landwirtschaft brutal weitergeht. Allein von 2010 bis 2016 mussten 23.700 von 251.000 landwirtschaftlichen Betrieben geschlossen werden. Das ist fast jeder Zehnte. Gleichzeitig explodierten die Bodenpreise auf über das 2,3-fache.” Er kritisiert, dass Investoren, die mit Landwirtschaft nichts zu tun haben, bäuerliches Eigentum übernehmen. ”Verursacht hat diese Notlage die nach wie vor extrem schlechte Erlössituation der landwirtschaftlichen Produkte. Klöckner hat keine Strategie, keinen Vorschlag präsentiert, um dieses Problem in den Griff zu bekommen”, so Ostendorff.

Den vollständigen Agrarbericht kann auf der Internetseite des Bundeslandwirtschaftsministeriums geladen werden.

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