Afrikanische Schweinepest: So geht es jetzt weiter

Nachdem am 10. September in Brandenburg der erste Fall in Deutschland bestätigt wurde, breitet sich die Afrikanische Schweinepest weiter aus.

Am Donnerstag hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) drei weitere mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierte Wildschweine in Brandenburg bestätigt. Damit sind insgesamt 32 Fälle bekannt. Bereits am Dienstag fand in Potsdam eine Sitzung des Zentralen Krisenstabs für Tierseuchenbekämpfung statt. Dieser ist im Bundeslandwirtschaftsministerium angesiedelt. Unter der Leitung von Staatssekretärin Beate Kasch wurden weitere Maßnahmen besprochen.

Deutschland ist vorbereitet

“Um die Tierseuche einzudämmen, brauchen wir eine große Kraftanstrengung und ein geschlossenes Auftreten vor Ort”, sagte Kasch. Sie erwartet von Brandenburg, dass die zuständigen Vor-Ort-Behörden abgestimmt und einheitlich vorgehen. Bereits in den vergangenen Jahren wurden im Rahmen der gemeinsamen Bund-Länder Task Force Tierseuchenbekämpfung umfassende Checklisten, Verfahrensanweisungen und Maßnahmenpläne erstellt. “Mit den Erkenntnissen der Experten vor Ort gilt es jetzt, die Virusverbreitung in der Schwarzwildpopulation zu analysieren und die Hausschweinebestände weiter zu schützen”, so Kasch.

Zaun zu Polen soll errichtet werden

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner begrüßt die Ankündigung Brandenburgs, an der Grenze zu Polen einen festen Zaun zu errichten. Der Bund hat für den Zaunbau abhängig von der Seuchenlage die Rechtsgrundlage erweitert. Es sei gut, dass von dieser Möglichkeit nun auch Gebrauch gemacht werde, so die Ministerin. Wer einen Zaun bauen wolle, der könne das tun. Die Länder haben die Möglichkeit, öffentlichen Grund in Anspruch zu nehmen oder die Einwilligung der Eigentümer einzuholen – unter Berücksichtigung des verfassungsrechtlichen Schutzes von privatem Grundeigentum. Dieses Vorgehen wurde beispielsweise in Belgien kurzfristig und mit großem Erfolg praktiziert. Für die Finanzierung und die Sicherung der Zäune sind die Bundesländer zuständig. Unter bestimmten Voraussetzungen gewährt die EU-Kommission auch Beihilfen für Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen. Das Bundesministerium werde auch über die bereits erfolgten Anträge für den Zaun entlang der deutsch-polnischen Grenze die Länder hier weiter unterstützen, so Klöckner. Gleichzeitig warnt die Ministerin davor, sich nur auf Zäune zu verlassen. „Denken Sie allein an die Tausende von Pendlern und LKW, die täglich nicht nur aus Polen, sondern auch aus anderen ASP-infizierten Ländern unsere Grenzen passieren. Zäune sind niemals völlig dicht und urbanes Gebiet nicht vollständig in den Zaun integriert“, betont Klöckner.

Ortskundige sollen bei Kadaversuche helfen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Jagdverband (DJV) fordern die Einbindung von Ortskundigen bei der Kadaversuche und der Bergung – vor allem Jäger, Land- und Forstwirte. Für diese freiwilligen Hilfskräfte muss es laut der Verbände einen ausreichenden Versicherungsschutz und eine angemessene Entschädigung geben. 

Infektionen in Hausschweinebeständen sind nach wie vor nicht bekannt. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Foto: Michal Renčo/pixabay.com (Symbolbild)

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