ASP hat Westeuropa erreicht

In Belgien wurden mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierte Wildschweine gefunden. Die auch für Hausschweine gefährliche Viruserkrankung ist somit zum ersten Mal in Westeuropa offiziell aufgetreten.

Am 13. September wurden in Belgien die beiden ersten ASP-Ausbrüche bei zwei toten Wildschweinen festgestellt. Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) berichtet, dass inzwischen drei weitere infizierte Wildschweine gefunden wurden. Der Fundort liegt westlich von Luxemburg im Dreiländereck Belgien/Frankreich/Luxemburg und nur etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die belgische Behörde für die Sicherheit in der Lebensmittelkette (AFSCA) betonte dabei, dass Belgien in Bezug auf Hausschweine weiterhin als ASP-frei gilt. Die belgischen Behörden bereiten derzeit Maßnahmen vor, um die Verbreitung von Wildschweinen aus der kontaminierten Zone so weit wie möglich zu verhindern. Das dortige Department Nature et des Forêts hat bereits die Überwachung verstärkt. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, alle verdächtigen Beobachtungen in der Natur sofort zu melden.

Beunruhigender Sprung nach Westen

Die ASP habe mit diesen Nachweisen in Belgien einen sehr großen, überraschenden und beunruhigenden Sprung nach Westen gemacht, wertet die ISN die Lage. Die angrenzenden Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen liegen vermutlich noch nicht im Bereich der tierseuchenrechtlich vorgeschriebenen Restriktionsgebiete. Dennoch hat Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner bereits angekündigt, gemeinsam mit den Veterinärbehörden in Frankreich, Luxemburg und Belgien die länderübergreifende Zusammenarbeit zu intensivieren. Auch in Osteuropa hat sich die ASP in den vergangenen Wochen weiter ausgebreitet. Es gibt Meldungen über in der rumänischen Donau schwimmende Hausschweine-Kadaver.

ASP: Lage für Deutschland nahezu unverändert

Für Deutschland hat sich aktuell allerdings an der Lage nicht viel geändert. Landwirte mit Tierhaltung und die Bevölkerung sind dazu angehalten, alles zu tun, um die ASP auf Distanz zu halten und sich für den Ernstfall vorzubereiten. Tot aufgefundene Wildschweine sollten zur fachgerechten Beseitigung und Probenentnahme sofort der örtlichen Veterinärbehörde gemeldet werden. Auch die Meldung über den Tierfund-Kataster ist möglich. Betriebe mit Schweinemast sind gefordert, weiterhin die Biosicherheitsmaßnahmen durchzuführen.
Für Menschen geht von der Afrikanischen Schweinepest keine Gefahr aus.

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