Absurd: Minister will Milchviehhaltern Land abkaufen

Der mecklenburg-vorpommersche Landwirtschaftsminister Till Backhaus will mit absurdem Vorschlag die Milchviehbetriebe seines Bundeslandes retten.

Die Politik hat nachwievor keine Ahnung, wie man die deutsche Milchviehbetriebe retten könnte. Die von der EU Deutschland zur Verfügung gestellten Fördermittel von 69 Millionen Euro bringen für die Liquidität der Betriebe genau – nichts. Denn wenn man die zinsgeförderten Kredite bundesweit runter rechnet, ergeben sich 0,002 Cent pro Liter Milch.

Beim 9. Milchbauerntag am Mittwoch in Karow (MV) kam Landwirtschaftsminister Till Backhaus mit einer, so wie er glaubt, rettenden Idee. Mit dem Vorschlag, das Land Mecklenburg-Vorpommern könne den Betrieben Land abkaufen, um deren Liquidität zu sichern, stieß er natürlich bei den anwesenden Landwirten – unter ihnen einige, die demnächst definitiv aufgeben werden – auf Unmut. Die Landwirte könnten natürlich das Land zurück pachten, sicherte Backhaus zu. Das kann aber nicht funktionieren.

Industrie statt Landwirtschaft
Wenn es nach dem Minister geht, würde das Land Mecklenburg-Vorpommern die Gründe kaufen und zur Verpachtung ausschreiben. Der Landwirt hat zwar als ehemaliger Besitzer das Vorrecht zu pachten, doch wovon soll er die Pacht bezahlen? Das Geld aus den Verkaufseinnahmen würden bei vielen verschuldeten Betrieben die Schulden begleichen. Die Bank freut sich, der Landwirt hat nicht einmal mehr sein „letztes Hemd“, nämlich seinen Grund und Boden. Da sich die landwirtschaftlichen Betriebe dann die Pacht nicht leisten könnten, würde das Land an die Industrie gehen.

Bei der nächsten Milch-Ausschreibung der Handelskonzerne müssten die Molkereien endlich klipp und klar zu sagen, dass man auf Dumping-Verträge nicht mehr einsteige. Doch die Angst, dass die Konkurrenz am Zug sein könnte, wird die Molkereien wieder weich werden lassen. Ein nicht enden wollendes Teufelsrad – keine Aussicht auf rettende Ideen.

 

milchkasko

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