Foto: FNR/Thekla Niehoff
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500 Euro pro Hektar: Deshalb empfehlen Forscher eine Förderung für den Mischanbau von Mais und Bohnen

Mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe als Projektträger testen Wissenschaftler den Mischanbau von Mais und Bohnen und sehen darin eine Reihe von Vorteilen.
  • Feldversuch: Mischanbau von Mais und Bohnen
  • Weniger Ertrag und doch kostensparend
  • Wissenschaftler empfehlen 500 Euro pro Hektar Förderung
  • Rhizobien-Impfmittel funktionierte für die Bohne nicht
  • Steigerung der Biodiversität

In einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) geförderten Projekt testeten Wissenschaftler der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) den Mischanbau von Mais und Bohnen. Ziel ist die Nutzung für die Biogas-Silage und Tierfutter. Das Ergebnis: Die Mais-Bohnen-Kombination spart aufgrund der deutlich verringerten Nährstoffverluste hohe Umweltkosten ein. Auch in puncto Biodiversität überzeugte das Anbausystem die Forscher.

Mischanbau von Mais und Bohnen: Weniger Ertrag und doch kostensparend

Dass der Anbau von Mais-Bohnen-Gemenge ertragsmäßig auf gut gedüngten oder gut mit Nährstoffen versorgten Böden ertragsmäßig nicht mit dem reinen Maisanbau mithalten kann, ist den Wissenschaftlern bewusst. Doch sie heben hervor, dass die Anbaumethode deutlich geringere Nährstoffverluste mit sich bringt. Das Risiko für Phosphorverluste war bei dem Feldversuch um bis 12 Prozent, das für Stickstoff-Verluste bei voller Düngung um bis zu 25 Prozent reduziert. Die mit diesem Vorteil verbundenen Umweltkosteneinsparungen fallen laut der Studie höher aus als die Mindereinnahmen, die dem Landwirt ausgeglichen werden müssten. Denn die Umweltkosten trägt die Allgemeinheit. Sie betreffen hier vor allem den höheren Aufwand bei der Trinkwasseraufbereitung, wenn Stickstoff- und Phosphorverbindungen in Grundwasser, Bäche und Seen gelangen. Deshalb empfehlen die Forscher aus gesellschaftlicher Sicht, den Umstieg vom Mais- auf den Mais-Bohnen-Anbau und dies auch mit 500 Euro pro Hektar staatlich zu fördern.

Rhizobien-Impfmittel funktionierte für die Bohne nicht

In den Feldversuchen stellte sich heraus, dass die Bohnen bei hohem Stickstoff-Aufkommen keinen Luftstickstoff fixieren, sondern mit dem Mais um mineralischen Stickstoff aus dem Boden konkurrieren. Deshalb fallen die Mais- und die Gesamterträge des Gemisches dann geringer aus als im Reinanbau. Bei geringem Stickstoff-Angebot fixierte die Stangenbohne hingegen bis zu 25 Kilogramm pro Hektar aus der Luft, wodurch sich der Ertragsabstand zwischen beiden Anbausystemen verkleinerte. Allerdings war dies nur der Fall, wenn die erforderlichen Bodenbakterien Rhizobien oder Knöllchenbakterien natürlicherweise am Standort vorkamen. Die Knöllchen sind wichtig, damit die Pflanzen Stickstoff aus der Luft fixieren können. Dort wo sie fehlten, war der Einsatz handelsüblicher Rhizobien-Impfmittel keine Lösung, er führte nicht zur Knöllchenbildung.

Darüber hinaus sehen die Wissenschaftler im Mais-Bohnen-Anbau eine nachhaltige Kombination, die Biodiversität fördert. Die Möglichkeiten beim Pflanzenschutz sind in Mais-Bohnen eingeschränkt, deshalb wachsen dort mehr Ackerwildkräuter. Davon profitieren Insekten, die sich auf diese Pflanzen spezialisiert haben. 

Foto: FNR/Thekla Niehoff

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