Niedersachsens Agrarminister fordert sofortige Antibiotika-Reduktion

Warnt vor „Post-Antibiotika-Zeitalter“: Minister Christian Meyer richtet seinen Appell an Landwirte, Tierärzte, Pharmaunternehmen und die Bundesregierung.

Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) hat vor kurzem bei einer Podiumsdiskussion in Berlin dazu aufgerufen, den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung noch weiter zu reduzieren. Er wandte sich mit seinem Appell sowohl an Landwirte als auch an Tierärzte und Pharmaunternehmen.

Kopfzerbrechen macht Meyer vor allem die sich offenbar immer weiter verbreitende Resistenz gegen Colistin, dem bei manchen Keimen für den Menschen letzten wirksamen Antibiotikum. „Das ist ein Alarmsignal“, so der Minister.

Mit Medikamenten für Masttiere dürfe nicht weiter so verschwenderisch umgegangen werden wie bisher, betonte der Landwirtschaftsminister. Denn ein solcher Umgang habe fatale Auswirkungen auch auf die Humanmedizin, weil es zu immer mehr multiresistenten Keimen beim Menschen komme. Meyer weiter: „Ohne Richtungswechsel steuern wir geradewegs in ein Post-Antibiotika-Zeitalter“. „Dann wird irgendwann auch das letzte noch zur Verfügung stehende Reserveantibiotikum für Menschen nutzlos. Damit steht die Gesundheit insgesamt auf dem Spiel“, sagte der Minister. Meyer forderte die Bundesregierung auf, „endlich eine Negativliste derjenigen Reserveantibiotika vorlegen, die nicht mehr oder nur noch unter strengen Auflagen in der Tierhaltung eingesetzt werden dürfen.“

Im Jahr 2014 sind in Deutschland bereits etwa 25 Prozent weniger Antibiotika an Tierarztpraxen abgegeben worden als 2011.

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