Lebensmittelqualität hat ihren Preis

Bauernpräsident Rukwied nutzte die Eröffnungs-Pressekonferenz der Grünen Woche, um der internationalen Presse und nicht zuletzt den Verbrauchern die desaströse Situation der Landwirtschaft näher zu bringen.

DBV-Präsident Joachim Rukwied hat bei der Pressekonferenz der Internationalen Grünen Woche in Berlin deutliche Worte gefunden, was den aktuellen Stand der Agrarbranche in der Marktwirtschaft betrifft. „Die deutsche Landwirtschaft ist vielfältig, leistungsfähig, innovativ und im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt. Sie wird von vielen Familienbetrieben getragen. Wir Bäuerinnen und Bauern denken im besten Wortsinne traditionell und nachhaltig.“, sagte Rukwied. Unser Boden und unsere Tiere seien die Grundlage unserer Arbeit und unseres Einkommens, so der Präsident weiter. Gute Leistungen und Qualität seien nur durch gesunde Tiere zu erreichen. Genauso müsse die Ernte stimmen – und zwar über Generationen hinweg.

Seinen Appell richtete der Bauernpräsident vor allem in Richtung Verarbeiter und Handel, denn Qualität kostet Geld. Die sinkenden Erzeugerpreise als Ursache für das Disaster, WAS jedem Landwirt und jedem Branchenkenner ohnehin klar IST, richtete er vor allem an die anwesenden internationalen Pressevertreter. „Vor allem Schweinehalter und Milchbauern stehen unter massivem Druck.“, so Rukwied.

Die landwirtschaftlichen Einkommen aller Betriebszweige waren im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/2015 im Durchschnitt um 35 Prozent gesunken. Für das laufende Jahr wird ein weiterer Rückgang erwartet. Der ökonomische Druck, fährt Rukwied fort, habe den Strukturwandel verstärkt. Nach zuletzt vorliegenden Angaben für November 2015, ist die Anzahl der Milchvieh und Schweine haltenden Betriebe binnen eines Jahres um rund 4 Prozent zurückgegangen. Auch die Investitionstätigkeit leidet massiv unter der aktuellen Wirtschaftslage. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen sei lediglich halb so groß wie vor zwei Jahren. Die schlechte wirtschaftliche Lage spiegelt sich auch im Indexwert des aktuellen DBV-Konjunkturbarometers Agrar wider: Dieser hat im Vergleich der zurückliegenden Jahre einen Tiefpunkt erreicht.

„Unsere Bauernfamilien sind dennoch zukunftsorientiert und wollen ihre Betriebe weiterentwickeln: nicht nur entsprechend des technischen und züchterischen Fortschritts, sondern sie wollen auch die Wünsche der Verbraucher und die gesellschaftlichen Anforderungen aufgreifen“, so Rukwied. Tierschutz und die gewünschten qualitativ hochwertigen Lebensmittel haben eben ihren Preis.

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