Exotische Zucht

Garnelen - Fangfrisch aus Niedersachsen

Das Erzeugnis von Heinrich Schäfers Hof: Riesengarnelen. Foto: www.garnelenhof.de

Riesengarnelen sind aus der modernen Küche nicht mehr wegzudenken. Auch in Deutschland finden die Meerestiere immer mehr Käufer – allerdings nur als Importware, tiefgefroren, manchmal mit fragwürdiger Herkunft. Ein deutscher Landwirt versucht, die Exoten in Niedersachsen zu züchten und will sie von dort direkt an Restaurants und Gourmets verkaufen. Im großen Stil.

Die Kollegen von Spiegel Online berichten heute, nach vielen anderen Medien, über Heinrich Schäfer. Er kommt aus der Nähe von Bremen und lässt seine ehemalige Traktorenhalle zu einer Garnelenfarm herrichten. 170.000 Tiere reifen dort gleichzeitig, verteilt auf vier verschiedene Lebensphasen. Fünf Monate dauert es, bis sie geerntet werden können, berichtet die Epoch-Times. Importiert hat der Landwirt die Larven für den Start der Zucht aus Florida.

Heute stammen die Tiere, die auf deutschen Tellern landen, noch aus Zuchtfarmen in Asien oder Lateinamerika. In Europa gibt es nur wenige solche Monokulturen etwa in Griechenland und anderen Mittelmeerländern, allerdings unter freiem Himmel. Angeblich verspricht die exotische Idee dem Landwirt aus Niedersachsen einen hohen Gewinn: Bis zu zu 40 Euro pro Kilo möchte er im Eigenvertrieb pro Kilo Garnelen erlösen, sagte Schäfer dem Hamburger Abendblatt. 75 Kilo müsste er pro Tag verkaufen, damit sich die Zucht lohnt. Ein einzelnes Tier wiegt übrigens nur etwa 25 Gramm.

„Wenn man heute als Landwirt bestehen will, dann muss man sich was einfallen lassen«, sagte Schäfer Spiegel Online. Könnte die Idee also auch andere Landwirte inspirieren? Die Vorraussetzungen hätten viele. Neben der leeren Halle brachte die eigene Biogasanlage Schäfer auf die Idee der Garnelenzucht. Die Wärme der Anlage verpuffte in den vergangenen Jahren ungenutzt – jetzt soll sie das Wasser der Tiere auf konstant 31 Grad halten. Damit spart der Landwirt Heizkosten und kann die staatliche Förderung für die Biogasanlage erhöhen.

Die Anfangsinvestition liegt nach Schäfers Angaben dennoch bei gut 700.000 Euro. Und das Risiko bleibt. Kleinste Temperaturschwankungen, Veränderungen des Salzgehalts im Zuchtwasser und Probleme bei der Fütterung könnten das Projekt scheitern lassen. In nur wenigen Wochen hat Schäfers Sohn Marco sich die wichtigsten Grundlagen für die Zucht in Amerika erklären lassen. Doch ob das reicht? Die Internetseite von Schäfers Garnelenhof findet sich hier.

Kommentare

Flüge | 2010-03-08:

Ich finde die Idee klasse. Ich hoffe, dass er es schafft die ausländischen Anbieter auszustechen. Ich persönlich liebe Garnelen. Ich bin also froh, um jeden anbieter, den es mehr gibt :)

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Datum

2010-03-01

Autor

Jan Berger

Kategorien

Erfolgsgeschichten, Konzepte

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